Das Meer ist riesengroß

Inge Fasan (T.), Linda Wolfsgruber (Ill.)
Bibliothek der Provinz

Österreichischer Kinder- und Jugendbuchpreis 2008 (Kategorie Jugendbuch)

Ein Erwachsener blickt zurück und erinnert sich an seine Kindheit und Jugend, an ein Leben in der Stadt, weit entfernt vom Meer. Für den Sechsjährigen löst die Ankündigung des Vaters, ans Meer zu fahren, eine Sehnsucht nach „dieser endlosen flimmernden Weite“ aus. Die Träume werden im Verlauf der Jahre immer übermächtiger, denn nie kommt es zu der Reise – immer passiert etwas, das eine Fahrt verhindert (…)
Inge Fasan erzählt diese Abfolge der Verhinderungen, die zugleich auch die Biografie des Jungen markieren, lapidar und mit verhaltener Ironie, während sie den Fantasiebildern des Erzählers breiteren Raum gibt. Linda Wolfsgruber illustriert die Geschichte nicht im wörtlichen Sinne, aber ihre changierenden blauen Bilder, die in wechselnden Techniken entstanden sind, treffen genau den Ton des Erzählers.

Jens Thiele in der Zeit 25/2007

Die österreichische Autorin Inge Fasan erzählt ihre kleine Geschichte fast sachlich und mit lakonischem Witz. Mit Riesen-Schritten durchmisst sie dabei einen Lebensweg, die verpassten Meeresblicke dienen ihr als Stationen. Ihr gelingt eine Kindheits-Geschichte zu entwerfen, die wie auf eine Perlschnur aufgezogen ist, und tiefgründige Fragen beinhaltet: Nach Sehnsucht und Sehnsüchten, nach Lebenswünschen und unerfüllten Träumen.

Caroline Roeder in 1000 und 1 Buch, 1/2008